Donnerstag, 10. September 2015

Gesicht mit Pastellkreide malen s/w




Ich wachte auf und wusste, dass ich ein Gesicht malen wollte. Das ist ja eigentlich sehr untypisch für mich... Aber ich folgte dem inneren Ruf. Und da ich auch wusste, dass ich ein Gesicht aus einem schwarzen Hintergrund heraus modellieren wollte, überzog ich meine Journalseite so zwischen Tür und Angel mit einer Schicht aus schwarzem Gesso. So konnte ich sicher sein, dass ich abends, wenn ich zurück bin, anfangen kann, weil die Seite trocken ist.  Und das tat ich dann.




Mit weißer Pastellkreide skizzierte ich auf dem schwarzen Hintergrund. Ich orientierte mich bei den Konturen des Gesichts an einem Bild von Camille Claudel. Ich hatte nicht vor, das abzumalen, das könnte ich gar nicht :) Ich löste mich ziemlich schnell von der Vorlage, aber die Traurigkeit, die Claudel hier und auch auf anderen Fotos von ihr ausstrahlt, ging in mein Bild über.



 Vor noch gar nicht langer Zeit übertrug ich die Konturen für Gesichter immer mit Kohlepapier oder Transferfolie, damit alles so am richtigen Platz ist. Dieses Mal skizzierte ich selbst. Aber es geht eben auch mit Hilfsmitteln. Und das ist auch so etwas, was ich beim Journaling so liebe. Man lernt so viel dabei.... Fake it till you make it :)

Pastellkreide lässt sich wunderbar weg- und überwischen, wenn es nicht gefällt.


 So ungefähr sah sie gestern aus. Erstaunlich finde ich, dass diese schwarzen Haarsträhnen hier auf dem Foto so herausstechen, im Original sah man das gar nicht. Das sind hier auch nicht alle Zwischenschritte ich malte mal mit Weiß und dann mit Schwarz, verwischte und begann das Ganze von vorn...




Heute Abend überarbeitete ich sie noch mal, weil mir ihr Gesicht unten einfach zu schmal war und dabei veränderte sich noch mehr im Ausdruck, was ich aber nicht in Worte fassen kann und eigentlich auch nicht weiß.
Wisst ihr es??




Ich malte hier nur mit weißer und schwarzer Pastellkreide auf einem schwarzen Hintergrund. Alle anderen Farben hier sind die künstlerische Freiheit, die sich meine Kamera nahm :)

Kommentare:

  1. Auf dem Foto ist das zwar nicht ganz so gut zu erkennen, aber für mich sieht das aus, als ob sie auf dem letzten Foto "leidender" aussieht. Nee, nicht ganz, eher vorher introvertiert, nachher extravertiert. Also leidend in beiden Fällen, aber vorher mehr innerlich still leidend, nachher etwas "lauter" leidend. Mann, ist das schwer, das in Worte zu fassen!
    Liebe Grüße
    Jorin

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    1. Herzlichen Dank für deine Mühe, diese Gedanken in Worte zu fassen!!
      Ich weiß, was du meinst und frage mich, wodurch dieser Unterschied zustande kam. Ich finde, dass die erste Variante deutlich weniger weiblich aussieht und dort gibt es auch weniger Lichtpunkte, aber ob das der Grund ist....?

      Ich habe nochmal daran herumgemalt und die Augen völlig verhunzt. Jetzt muss - will :) - ich nochmal daran gehen und bin gespannt, wie sie dann auschauen wird...

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  2. Toll Beate! Den versonnnen-traurigen Blick hast du wirklich gut hinbekommen und auf schwarz wirkt dieses Portrait besonders intensiv.
    Ich habe mal ein Buch über Camille Claudel gelesen und erinnere mich gut an das Titelfoto - wie schön sie war!
    Übrigens habe ich mir gerade erst Pastelkreiden zugelegt, weil ich auch unbedingt damit malen will...
    Schönes Wochenende von Ulrike

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  3. Aus dem Schwarz etwas hervorzuholen ist wirklich spannend und überlistet irgendwie auch das Gehirn :)
    Ich bin gespannt auf das, was du mit deinen Pastellkreiden zaubern wirst! Bislang nutzte ich diese Kreiden ja nur zusammen mit anderen Farben, dieses ist das erste, welches nur mit den Kreiden entstand. Ach, es gibt ja immer wieder so viel zu erforschen, zu entdecken :)

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  4. *wow* das ist dir gelungen ein wunderschönes tiefsinniges Gesicht!
    Pastellkreiden sind was tolle sich mag sie auch!
    Lieben Gruss Elke

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  5. Danke dir für deine Begeisterung, Elke!

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  6. Das Gesicht ist dir gut gelungen! Die Traurigkeit, der melancholische Blick!
    Besonders gut gefällt mir auch dein dynamischer Strich, locker und frei, besonders gut am Kinn zu erkennen.
    Da bin ich schon gespannt ob es in dieser Richtung noch mehr Bilder zu sehen gibt.
    Liebe Grüße
    Claudia

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  7. Danke dir! Mittlerweile sind ja schon ein paar weitere hinzugekommen...

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