Freitag, 11. März 2016

Bildertausch 02



Im zweiten Monat unseres Bildertausches 
war es Marc Chagall, von dem wir uns inspirieren ließen.
Wir - also Ulrike und ich tauschen ja im Rahmen unseres Projektes
jeden Monat ein Bild zu einem bestimmten Künstler aus.

Über Chagall könnte ich hier viel erzählen, 
weil ich ihn so unglaublich faszinierend finde, aber wenn ich ersteinmal anfange, 
werde ich wohl sobald nicht mehr aufhören....
An dieser Stelle sei nur gesagt, dass Chagall selbst seine Bilder als "Tagebuch" sah, alles,
was er malte hatte einen ganz persönlichen Bezug zu seinem Leben.


Und so wählte auch ich für meine  Bilder persönliche Motive aus, 
die ich dann -  von Chagall inspiriert - malte. 

Ich las auch die Autobiografie "Mein Leben" von Marc Chagall 
und fand es unglaublich, dass er so schrieb, wie er malte. 

Man hätte ihm in der Schule die dortigen Sätze rot angestrichen,
 weil sie oft gar keine Sätze waren 
und doch fügt sich alles so ausdrucksstark zusammen 
wie die Details seiner Bilder, die immer ein kunstvolles Gesambild ergeben,
egal wie sehr er sich über Perspektive und Proportionen 
und akademischen Bildaufbau hinwegsetzte.



Ich freue mich so sehr, dass wir dieses Projekt gestartet haben. 
Es führt mich aus meiner Komfort-Zone heraus, ich skizziere
 und zeichne viel und lese so  intensiv über die Maler,
wie ich es sonst im Moment nicht tun würde.

Und das so wunderschöne Bild, das ich von Ulrike bekam,
findet ihr hier


Das Motiv für Ulrikes Bild ist ein Foto ihrer Tochter, das sie in ihrem Blog gezeigt hatte. 
Die Frau und auch der Fußboden stammen aus diesem Bild,
den Rest erfand ich "im Stil von Chagall" hinzu

Und da auf dem Foto die WC Figur - nicht ohne Grund - zu sehen war,
 skizzierte ich einige dieser WC-Weibchen um herauszufinden, 
wie und vor allem wo ich sie
 auf dem Bild unterbringen könnte.

Ich entschloss mich, den Himmel dunkler zu gestalten und ....


Das war mein erster Versuch 
zum Thema
Ich habe es nicht zuende gemalt,
weil ich den Schwan so falsch fand
und ihn nicht hätte verändern können,
ohne das Wasser komplett neu malen zu müssen 

An dieser Stelle hörte ich auf.
Ich fand es allerdings sehr erstaunlich, 
dass meine Tochter im Vorbeigehen sagte,
dass sie ganz genau wisse, 
wo und wer das sei
und sie hatte Recht.....

für das Portrait fertigte ich 8 Skizzen an
(Also ich, die ich doch bis vor kurzem 
so ungern zeichnete...)

 

  
 Vorlage war dieses Foto, das  hier auf Graustufen reduziert ist:


Nun haben wir schon Mitte März
und wir beschäftigen uns mit
dem nächsten Künstler
Die Sonne schien heute wie auf diesem Foto
Möge der  Frühling bald einkehren

Kommentare:

  1. Ich finde das eine super Idee mit dem Bildertausch und vor allem die Künstler (im Stil von). Eine wirkliche Meisterleistung. Respekt euch beiden. Ich finde es wahnsinnig schwierig wenn ich eine bestimmte Richtung vorgesagt bekommen. Du hast richtig schöne Werke geschaffen! Super, gefällt mir ausgesprochen gut. Weiter so!!!
    Liebe, sonnige Grüße - von auch "nur" vom Herzen, hier scheint es auch nicht ;-)
    P.S. Du hast Recht. Es waren gar keine Zeitungsschnipsel ;-) Ein altes Buch hat herhalten müssen. Ist mir bei dem Post gar nicht durch den Kopf gegangen. Da kennt die (oder besser gesagt meine) Kunst keine Grenzen ;-)

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    1. Danke Michelle! Und mir geht es tatsächlich wie dir, denn auch ich finde es sehr schwer, nach Vorgaben zu malen, entstehen meine Bilder doch sonst immer irgendwie aus sich selbst heraus... Bei diesen Bildern hier habe ich mir wirklich Mühe geben müssen, und ich finde, dass man ihnen diese auch hier und da ansehen kann :)
      Aber es stehen ja noch 10 Künstler aus und ich denke, ich werde einen Weg für mich finden auch hier spontaner und intuitiver zu malen.

      Und DU hattest in deinem Post die "Zeitungsschnipsel" gar nicht erwähnt, die tauchten erst in den Kommentaren auf.

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  2. Liebe Beate
    was für ein berührendes Posting das muss sich doch mal sagen jetzt.. dieses Gefühl hast du so toll rüber gebracht wie du dachtest und überlegt hast, auch über deine Grenz gingst mit dem Zeichnen. Das hat sich gelohnt.
    Ob das mit Ulrikes Bild oder dein mit deiner Tochter und Schwan oder nur ihr Zwei!
    Ich sag immer es ist so wie es kommt und das Bild mit dem Schwan wird auch seinen Platz bekommen in deiner Bilderwelt!
    Die Maler wie sie waren und was sie taten ist spannend und auch ich lese mal nach we das so ist!
    Viele tolle Eindrücke wünsche ich dir mit Ulrike und auch zu dir selbst!
    Kunst ist doch was so spannendes man muss nur Mut haben sie ausleben wollen mit all seinen Gefühlen!
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!
    Lieben Gruss Elke

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    1. Das hast du echt lieb geschrieben, Elke - dankeschön! Und vielleicht male ich ja doch noch weiter am Schwan und vielleicht auch am Portrait. Es ist auf jeden Fall eine interessante Erfahrung sich auf so ein Projekt einzulassen und ja Kunst ist einfach spannend!

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    2. Ach, Theo, den Mutigen finde ich einfach nur klasse!!

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    3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Schön,wie Du uns rückwärts Einblick in das Frauenportrait gewährst.
    Chagall ist immer an mir vorbeigegangen,bzw.ich an ihm.
    Mit Deinem Text und Deinen Interpretationen hast Du mein Interesse geweckt.
    Das Frauenportrait finde ich echt gut,das Foto ist ein superSchnappschuß.
    Viel weiter weg und gleichzeitig näher dran kann man kaum sein.

    Raus aus der Komfortzone ist nur für Künstler ein wirkliches Risiko...;-)

    Wie gut die "Lieben Kleinen" über einen bescheid wissen,ist erstaunlich,wo man gerade erst zwei Pinselstriche gemacht hat und die dann im vorbeigehen (gelangweilt)sagen :"...

    ....und immer solches technische Dilemma,wie nicht den Schwann verändern können,ohne das Wasser komplett neu machen zu müssen...:-)
    Da will man ja schließlich nicht NOCHMAL von vorne anfangen!
    Im Kopf ist man eh schon die ganze Zeit bei dem Portrait.

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    1. Dann geht/ging es dir mit Chagall ja nicht anders als mir - wusste ich doch nicht einmal, dass ich ihm - theoretisch - noch selbst hätte begegnen können, lebte er doch bis 1985. Ich kann mich auch nicht erinnern, jemals ein Original von ihm gesehen zu haben, obwohl mir bestimmt mal eines über den Weg lief. Und auch an seinen Glasfenstern fuhr ich in unmittelbarer Nähe einfach vorbei, weil ich keine Ahnung davon hatte...
      Trotzdem schlug ich ihn für dieses Projekt ganz spontan selbst vor und meine Faszination besteht erst, seitdem ich mich mit seinen Bildern und seinem Leben beschäftigte. Und es freut mich, dass dein Interesse an ihm geweckt ist.
      Es freut mich auch sehr, dass du das Portrait magst - ich hadere ja ein bisschen mit diesen Bildern, bei denen ich mir so viel Mühe gab, obwohl es beim Portrait noch am wenigsten Mühe war.
      Das Foto - man sieht ja an der Armhaltung schon, dass es ein Selfie war, mag ich auch sehr - tja, manchmal kommt auch auf diese Weise ein gelungener Schnappschuss zustande. Über deinen Satz "Viel weiter weg und gleichzeitig näher dran kann man kaum sein" denke ich schon eine Weile nach, magst du mir einen Tipp geben?

      Und die "lieben Kleinen" :) ja, gelangweiltes "viel zu dunkel" ist die Standartaussage. Hier fand ich es aber tatsächlich irre, dass sie - trotz der wenigen Pinselstriche - genau wusste, dass es genau dieser eine See in Schottland war.
      Und mit dem Rest hast du auch Recht...

      Ist euer surreales Vorhaben in Sachen H. Bosch mittlerweile real geworden?

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    2. "Viel weiter weg....
      Die Dame,die das Foto macht,ist im Moment der Aufnahme nur mit der Außenwelt beschäftigt.Die Dame,die sich anlehnt ausschließlich mit der Innenwelt.
      Fast schon nur mit der Innenwelt der Fotografien.
      Wäre die Fotografien ein roter Fleck und die Anlehnende ein blauer...würde das Blau ins Rote fließen,nicht umgekehrt.
      Zumindest in der 125stel sek.des Auslösens.

      Bosch klappt ! Zweimal hatten wir einen Termin gefunden - zweimal hat jemand vor unserer Nase weg die Tickets gebucht.
      Jetzt fahren wir am letzten Ausstellungstag HALLELUJA !
      Zudem gab es zwischenzeitlich Widerstände in den eigenen Reihen zu überwinden : "....die weite Fahrt für die PAAR Bilder..."
      (Immerhin 36 von 45 überhaupt nur erhaltenen Werken!)
      Banausen ;-)

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    3. Glückwunsch zur gelungenen Planung! Holland im Mai, dann bekommt ihr wohl zu dieser großen, vermutlich großartigen Ausstellung auch noch viele Tulpen zu sehen. Möge die Umsetzung der Planung reibungsloser verlaufen!

      Und danke für den Tipp, dieses von dir entworfene Bild male ich gerade mit Aquarellfarben, die fließen so schön :) Auf diese Art das Portrait zu malen wäre ich selbst nicht gekommen. Macht aber Spaß.

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    4. Dankeschön und gutes Gelingen!
      Aquarellfarbe fließt ja schonmal gerne wohin sie will...;-)

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  4. Ich schließe mich MiSchra an: Respekt euch beiden, ich finde das auch eine Meisterleistung, vor allem "im Stil von..." zu malen. Du hast wunderschöne Bilder (die Portraits gehören auch dazu, oder?) geschaffen, und die Zeilen über Marc Chagall sind sehr interessant. Die Diagonale der Fliesen korrespondiert sehr gut mit dem Fenster, in der Geometrie und in den Farben, und die Bildaufteilung ist sehr harmonisch.
    Also ich finde nichts Falsches an dem Schwan, das Bild gefällt mir sehr gut, so wie es ist, genauso wie mir die Skizze mit den WC-Weibchen sehr gefällt!
    Liebe Grüße
    Rike

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    1. Ja Rike, die Portraits gehören auch dazu, Chagall hat zwar wohl nicht viele gemalt aber zumindest eines in diesen Blau- und Weißtönen, und das hat es mir wirklich angetan. (Findet man wenn man Chagall/Bilder googelt.
      Es freut mich, dass dir die Bilder gefallen, weil s.o. :) und auch dass du meine Zeilen über Chagall interessant findest, obwohl ich mich doch sehr zurückgehalten hatte... Aber manchmal ist weniger vielleicht mehr.
      Und danke auch für deine Infos zum Bildaufbau in Sachen Fliesen und Fenster und so. Ganz ehrlich, darüber hatte ich mir so gar keine Gedanken gemacht, aber es ist so hilfreich für spätere Bilder. Claudia erzählt mir auch immer mal wieder so Interessantes über den Bildaufbau meiner Bilder. Durch solche Hinweise lerne ich, weil ich es sonst ja nur intuitiv so mache, aber nie bewusst anwenden könnte. Verstehst du, was ich meine?
      Ciao Beate

      PS. Der Schwan hat einfach keinen Schwanenhals....

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  5. Bildaufbau bewusst anwenden kann ich auch nicht, mir ist das nur bei deinem Bild aufgefallen, dass alles so harmonisch ist. Wenn du das intuitiv machst, toll! Ich weiss bloß, dass man den Hauptgegenstand nicht direkt in die Mitte setzen soll, weil er dann das Bild teilt, und es fällt in zwei Hälften beim Betrachten.
    Ciao Rike
    PS. Für mich sieht der Schwan so aus, als ob er gerade den Kopf nach vorne stoßen möchte (und dafür muss er ihn vorher etwas einziehen...)

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    1. Also, die Erklärung für den Schwanenhals ist auch klasse! Danke.

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  6. Every painting here is so very good.
    As soon as I saw the blue portraits, I recognised you both immediately, it's quite outstanding portrait painting, it is very hard to get a proper likeness and you have succeeded so amazingly well (especially as the ladies are blue and you are not).
    The first painting is like a modern Chagall, with the sophisticated lady laughing, I admire it hugely.
    And I love the one with the swan, again, because of the meaning Antonia gave it before.
    This is a terrific challenge you and Ulrike have invented for yourselves and great that we can enjoy it too.

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  7. Ein sehr interessantes Projekt, ich bin begeistert und auch schon neugierig was noch kommt! Cahgall, tja da muss ich jetzt erst mal schauen und lesen, dein Bild hat mich dazu inspiriert, denn mit dem Maler an sich habe ich mich noch nicht beschäftigt. Wie mir scheint ein Fehler, aber das kann man ja ändern.
    Danke für die Anregung, auch sich selbst mal wieder mit Malern zu beschäftigen.
    ♥lich Claudia

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